Bei Kleinkindern findet man dann Entwicklungsverzögerungen, Sprachprobleme, häufige Mittelohrentzündungen, Schnupfen, Schielen, Gleichgewichtsstörungen und Hyperaktivität. Bei Schulkindern sind Konzentrationsschwächen, Lernschwächen, Verhaltensstörungen und Kopfschmerzen als mögliche Folgen der genannten Funktionsstörungen zu beobachten. Das Beschwerdebild gleicht den Symptomen des KISS-Syndroms. Beim KISS-Syndrom betrachtet man als Hauptursache der Dysfunktionen eine Bewegungsstörung im Halswirbelsäulenbereich. In der Kinderosteopathie betrachtet man, wie oben erwähnt, die Funktionsstörungen im gesamten Körper und im Schädel als Ursache des o.g. Krankheitsbildes. Im Gegensatz zur KISS-Syndrom-Therapie führt man bei der Osteopathie keine manipulative Therapie an der Halswirbelsäule durch. So bleibt dem Kind eine hierfür notwendige Röntgenaufnahme der Halswirbel erspart. Da die Strahlenbelastung durch die Röntgenaufnahme entfällt und die Behandlungsgriffe sehr schonend sind, kann man die Therapie beliebig früh, also auch sofort nach der Entbindung durchführen.
Man könnte glauben, dass bei Kindern die per Kaiserschnitt geboren wurden, diese Probleme nicht auftreten. Dem ist aber leider nicht so. Durch Kaiserschnitt geborene Kinder entwickeln mannigfaltige Störungen, da ihnen die Kompression im Geburtskanal gänzlich gefehlt hat, was wiederum nicht natürlich ist.
Um die Störungen zu beheben, benutzt man sanfte Griffe (Druck zwischen 20 und 50 Gramm) gegen den Schädelbereich (entwickelt von dem amerikanischen Osteopathen Sutherland). Durch diese besonderen Griffe beseitigt man die Verformungen und Verschiebungen der Schädelknochen, was auch zur Entspannung des Gehirns, der inneren Organe und des Bindegewebes führt. Die Folge ist, dass das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Systemen wieder hergestellt wird. Es gibt auch mitunter andere Belastungen, wie z.B. Elektrosmog, Schwermetalle oder Lösungsmittel und Lebensmittelunverträglichkeiten, die das Erreichen des Zusammenspiels der Systeme deutlich erschweren oder ganz unmöglich machen.
Manchmal ist bereits durch zwei osteopathische Behandlungen in Abständen von einem Monat, in anderen Fällen jedoch erst nach mehreren Behandlungen absehbar, ob die Osteopathie erfolgreich ist. Es könnte aber sein, dass sich die Krankheitssymptome, die Sie veranlassten, das Kind in meiner Praxis vorzustellen, nach der ersten Behandlung vollständig zurückbilden. Ich empfehle auch dann eine Kontrolluntersuchung, da trotz Rückgang der Symptome noch Störungen bei Ihrem Kind verblieben sein könnten, die zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Krankheitsbild hervorrufen.
Es kann auch gelegentlich durch die osteopathische Therapie in den ersten 2 Tagen nach der Behandlung eine Steigerung der vorher bestehenden Symptome eintreten. Dies ist ein normaler physiologischer Vorgang, der Sie nicht beunruhigen sollte. Falls diese Verstärkung der Symptome länger als 2 Tage andauert, bitte ich um erneute Vorstellung in der Praxis. Auch das Auftreten von neuen Symptomen unmittelbar nach der Behandlung oder erneutes Auftreten der Probleme 2-3 Tage nach der Besserung sind Gründe zur vorzeitigen Vorstellung des Kindes. Ansonsten ist die Behandlungsfrequenz in Abständen von ca. 4-6 Wochen völlig ausreichend. Die Behandlung sollte bei zusätzlichen Belastungen mit diätetischen Maßnahmen, Entgiftungen oder auch physiotherapeutischen Therapien unterstützt werden.
Ich hoffe, dass diese Informationsschrift für Sie eine Hilfe ist. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an mich.
(Textteile nach Christoph Rys und Dr. Nersberg,
Orthopäden, Meppen).